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Soll / Haben bei Ein- oder Ausgaben

Du sagst, eine Ausgabe müsse im Soll stehen. In unserem System erscheint die Buchung im Durchlaufkonto jedoch im Haben. Warum ist das trotzdem korrekt?

Entscheidend ist die Art des Kontos, nicht die Bezeichnung als Ausgabe oder Einnahme. Zur Erklärung verwenden wir ein einheitliches Beispiel:

Ausgangslage

Ein Kunde bezahlt 100 CHF.

Variante ohne Durchlaufkonto

Bank → Soll 100
Ertragskonto → Haben 100

Begründung:
Die Bank ist ein Aktivkonto. Eine Zunahme wird im Soll gebucht.
Ein Ertrag wird im Haben gebucht.

Variante mit Durchlaufkonto

Wird ein Durchlaufkonto verwendet, läuft die Zahlung zuerst über dieses Zwischenkonto.

Schritt 1: Zahlungseingang
Bank → Soll 100
Durchlaufkonto → Haben 100

Schritt 2: Weiterleitung an das Ertragskonto
Durchlaufkonto → Soll 100
Ertragskonto → Haben 100

Das Durchlaufkonto gleicht sich danach wieder aus und steht auf null. Es dient ausschliesslich als Verrechnungskonto.

Warum steht die Buchung im Haben?

Ein Durchlaufkonto ist in der Regel ein Aktivkonto beziehungsweise ein Verrechnungskonto.
Wenn ein Betrag darüber weitergeleitet wird, wird die entsprechende Gegenbuchung im Haben erfasst. Das ist buchhalterisch korrekt und ergibt sich aus der Systematik der doppelten Buchführung.

Wichtig ist:
Eine Ausgabe steht nur dann im Soll, wenn sie auf ein Aufwandskonto gebucht wird.
Im vorliegenden Beispiel handelt es sich jedoch um eine Kundenzahlung, also um einen Ertrag. Das Durchlaufkonto verändert nicht die Grundlogik von Soll und Haben, sondern lediglich den technischen Buchungsweg.

Zusammengefasst

Die Buchung im Haben ist korrekt, weil das Durchlaufkonto ein Verrechnungskonto ist.
Es handelt sich nicht um ein Aufwandskonto, sondern um ein neutrales Zwischenkonto, das sich nach der Weiterbuchung wieder ausgleicht.