GS1-128-Barcode auf Etiketten mit LabelAssist einrichten
Ein GS1-128-Code (früher auch „EAN-128“ genannt) ist ein Barcode-Typ, der mehr kann als ein gewöhnlicher EAN-13. Während der EAN-13 nur die reine Artikelnummer (die GTIN) enthält, kann der GS1-128 mehrere Informationen in einem einzigen Code zusammenfassen.
Die einzelnen Datenblöcke werden über sogenannte Application Identifier (AI) gekennzeichnet – das sind die Zahlen in Klammern im Klartext unter dem Barcode. Die wichtigsten in unserem Umfeld:
| AI | Bedeutung |
|---|---|
(01) |
GTIN (Artikelnummer) |
(15) |
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), Format JJMMTT |
(10) |
Charge / Los-Nummer |
Ein typischer Code sieht im Klartext so aus:

(15) 260809 (10) 100.08ZAU63241
Das bedeutet: Mindesthaltbarkeitsdatum 09.08.2026, Charge auf Basis der Artikelnummer 100.08.
Wann brauchst du einen GS1-128-Code?
Du brauchst den GS1-128 immer dann, wenn auf dem Etikett neben der Artikelnummer auch variable Daten stehen müssen, zum Beispiel:
- ein Mindesthaltbarkeitsdatum, das sich bei jedem Druck ändert,
- eine Chargen- / Los-Nummer zur Rückverfolgbarkeit,
- Vorgaben von Abnehmern (z. B. Grossverteiler, Gastro-Ketten), die GS1-128 verlangen.
Für rein interne Preisetiketten oder wenn nur die Artikelnummer gescannt werden soll, reicht dagegen ein normaler EAN-13.
Wichtig: Du ersetzt den EAN-13 nicht einfach durch einen GS1-Code im Artikelfeld. Der GS1-128 wird beim Druck aus mehreren Feldern automatisch zusammengesetzt – die Artikelnummer bleibt die Basis, Datum und Charge kommen zum Druckzeitpunkt dazu.
Schritt 1: GS1-128-Formular in LabelAssist verwenden
Wechsle in LabelAssist oben auf Formulare und wähle bzw. erstelle ein Formular vom Typ GS1-EAN-128 (im Beispiel das Formular „EAN test“).

Wichtig ist, dass im Formular das GS1-128-Barcode-Feld platziert ist – erkennbar am Klartext (01)12345678901234 unter dem Barcode (das ist der Platzhalter mit der GTIN).
Die Textfelder darunter ([VerkaufenBis], [MindestensHal…], [Herstellungs…]) kannst du zusätzlich als Klartext aufs Etikett setzen – sie sind unabhängig vom Barcode und rein zur Lesbarkeit für den Kunden.
Schritt 2: EAN und Haltbarkeit beim Artikel pflegen
Öffne den Artikel und wechsle auf den Reiter Etikett. Hier stellst du zwei Dinge ein:

a) EAN-Code (die GTIN):
Trage im Feld EAN-Code die Artikelnummer/GTIN ein (im Beispiel 8719134046533).
- Standardmässig wird der EAN in WaWiAssist unter Artikel → Etikett gepflegt und automatisch nach CashAssist synchronisiert.
b) Haltbarkeit (Basis für das MHD im Code):
Im selben Reiter unter Deklaration findest du die beiden entscheidenden Felder:
- Haltbarkeit in Tagen – diese Zahl bestimmt das MHD (AI 15) im Barcode.
- Zu verkaufen bis – Tage bis zum Verkaufsstopp (für die Klartext-Angabe).
Der EAN-Code und die Haltbarkeit könen aber auch in CashAssist unter "Artikel-Zutaten" gepflegt werden.
Optional: Über die Verknüpfung mit RezeptAssist können Deklaration und Haltbarkeitsangaben auch aus RezeptAssist kommen.
Im Beispiel sind beide auf 3 Tage gesetzt.
Das ist der Kern: Das MHD im Code (AI 15) wird berechnet als
Herstellungsdatum + „Haltbarkeit in Tagen“.
Steht hier0, ist das MHD gleich dem Herstellungstag – dann sehen Herstellungs- und Haltbarkeitsdatum identisch aus. Das ist keine Fehlfunktion, sondern bedeutet nur, dass keine Haltbarkeitstage gepflegt sind.
Schritt 3: Herstellungsdatum beim Druck setzen
Wechsle oben auf Label drucken, wähle die gewünschte Liste (im Beispiel „Salate“) und setze im Feld Hergestellt am das Produktionsdatum (im Beispiel 06.08.2026).

Genau dieses Datum ist der Bezugspunkt für die Berechnung:
Hergestellt am (06.08.2026) + Haltbarkeit in Tagen (3) = MHD 09.08.2026
In der Vorschau siehst du das Ergebnis direkt im Barcode-Klartext.
(15) 260809 (10) 100.08ZAU63241
260809 = 09.08.2026 – also drei Tage nach dem Herstellungsdatum. So kannst du sofort prüfen, ob die Rechnung stimmt.
Ändert sich der Code, wenn ich das Datum ändere?
Ja. Genau das ist der Sinn des GS1-128: Der Code ist datenabhängig. Änderst du das Hergestellt am-Datum oder die Haltbarkeit in Tagen, wird das MHD (AI 15) neu berechnet und der Barcode auf dem Etikett ändert sich entsprechend.
Häufiges Missverständnis: „Das Herstellungsdatum fehlt im Code“
Im GS1-128-Code steht in dieser Konfiguration nur das Mindesthaltbarkeitsdatum (AI 15), nicht das Herstellungsdatum. Das ist korrekt und GS1-konform.
- Wenn Herstellungs- und Haltbarkeitsdatum identisch aussehen, ist meist keine Haltbarkeit in Tagen gepflegt (Feld steht auf 0). Lösung: unter Etikett → Deklaration → Haltbarkeit in Tagen einen Wert eintragen.
- Ein eigenes Herstellungsdatum als separater Datenblock (AI 11) ist im Standard-Formular nicht vorgesehen und würde eine Anpassung durch die Entwicklung erfordern.
Das Herstellungsdatum selbst kannst du aber jederzeit als Klartextfeld aufs Etikett drucken (Feld [Herstellungs…] im Formular) – nur eben nicht als Bestandteil des GS1-Barcodes.