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Lagersystem in CashAssist Web

Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie du in CashAssist Web den Lagerbestand deiner Artikel verwalten und auswerten kannst. Sie richtet sich an alle, die Bestände pflegen, Inventuren erfassen oder wissen möchten, wie viel von welchem Produkt aktuell vorhanden ist.

Wie das Lagersystem grundsätzlich funktioniert

Der Lagerbestand wird immer pro Filiale und für einen bestimmten Stichtag berechnet. Die Berechnung startet dabei nicht bei Null, sondern bei deiner letzten Inventur:

  • Als Ausgangspunkt nimmt das System die letzte Inventur, die am oder vor dem gewählten Tag durchgeführt wurde.
  • Von diesem Zeitpunkt an werden alle Verkäufe (Belege) und Retouren vom Bestand abgezogen.
  • Alle Bestellungen und Wareneingänge erhöhen den Bestand.
  • Am Ende erhältst du den aktuellen Bestand für den gewählten Tag pro Filiale.

Ein Produkt, das bei der Inventur nicht erfasst wurde, aber trotzdem verkauft oder bestellt wurde, erscheint ebenfalls in der Auswertung – dann einfach mit einem Startbestand von null.


Schritt 1 – Artikel-Verknüpfungen einrichten

Was ist das Ziel dieser Verknüpfung?

Das Ziel ist, dass sich der Lagerbestand realistisch verhält, auch wenn das verkaufte Produkt nicht genau dem entspricht, was du im Lager führst.

Kurz gesagt: Du verkaufst ein Produkt an der Kasse, aber im Bestand soll ein anderes (oder ein zusätzliches) Produkt bewegt werden.

Für deinen Tomatensalat gibt es typischerweise diese Absicht:

  • Du verkaufst 1× Tomatensalat mit Bio Büffel-Mozzarella.
  • Das System soll aber im Lager z. B. die verbrauchte Menge Mozzarella oder Tomaten abziehen – also die Zutat, die du tatsächlich einkaufst und im Bestand führst.

So gehst du vor:

  1. Öffne den Bereich Artikel und wähle den gewünschten Artikel aus.
  2. Wechsle in den Reiter Verfügbarkeit.
  3. Öffne den Bereich Kalkulation für Lagerwerte.
  4. Wähle im Feld Typ die passende Lager-Methode (Komponente / Abziehen / Umwandeln)
  5. Füge über das Plus-Symbol die verknüpften Produkte mit dem jeweiligen Faktor hinzu.

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Der Faktor steuert dabei die Menge:

  • Faktor 1 → pro verkauftem Salat wird 1 Einheit des Ziel-Produkts bewegt (z. B. eine Tomate pro Portion)
  • Faktor 100 → pro verkaufter Einheit werden 100 Einheiten bewegt (z. B. „1 Pack = 100 Stück").
  • Bei Gramm-Produkten entsprechend die verbrauchte Grammzahl.

Wichtig dabei:

  • Ein Artikel kann mit mehreren anderen verknüpft werden (z. B. besteht ein Menü aus mehreren Zutaten). Dafür fügst du einfach mehrere Verbindungen hinzu.
  • Denselben Artikel kannst du nicht als Ziel-Produkt wählen.

 

Die drei Lager-Methoden

1. Komponente

Das Produkt ist selbst kein direkter Lagerartikel, sondern setzt sich aus mehreren Unterprodukten zusammen. Beim Verkauf werden dann die einzelnen Bestandteile abgezogen, nicht das fertige Produkt.

  • Beispiel Hamburger: 1 Brötchen, 100 g Fleisch, 20 g Tomate. Jedes Unterprodukt kann wiederum eine eigene Lager-Konfiguration haben.

2. Abziehen

Du legst eine Produktliste in fester Reihenfolge an. Verkauft wird zuerst vom Hauptprodukt. Ist dessen Bestand null, zieht das System vom ersten Listenprodukt ab, danach vom nächsten usw. Nur die letzte Position darf ins Negative gehen. Der Faktor sagt, wie viele Einheiten in einem Gebinde stecken.

Du verkaufst Kaffee pro Tasse, im Lager liegen die Bohnen aber in verschiedenen Gebinden.

Hauptartikel: Kaffee (1 Tasse ≈ 8 g Bohnen)

Reihenfolge

Ziel-Produkt

Faktor

1

Beutel Kaffeebohnen (1 kg)

125

2

Sack Kaffeebohnen (5 kg)

625

Ablauf: erst offener Beutel leeren → dann neuen Beutel anbrechen (–125 Tassen) → dann Sack (–625 Tassen). Die letzte Position darf ins Negative gehen.

3. Umwandeln

Damit kann ein Produkt an der Kasse in ein anderes umgewandelt werden. Du kannst mehrere mögliche Zielprodukte festlegen.

  • Beispiel Grillwurst: Sind keine gegrillten Würste mehr vorhanden, kann das Personal eine rohe Wurst nehmen und grillen. Das Produkt „rohe Wurst" wird dann an der Kasse in „gegrillte Wurst" umgewandelt.

Schritt 2 – Bestellarten einrichten (Voraussetzung für Umwandeln, Umlagerung, Retouren und Schwund)

Welchen Zusammenhang haben die Bestellarten und das Lagersystem überhaupt?

Für alle Sondervorgänge wie Umwandlungen, Filial-Umlagerungen, Retouren und Schwund brauchst du jeweils eine eigene Bestellart.

Bestellarten sind Kategorien für Warenbewegungen, damit jede Bewegung im Bericht/in der Lagerstatistik sauber getrennt ausgewiesen wird.

Die einzelnen Arten und ihr Lager-Effekt

  • Inventur (als Ausgangspunkt der Berechnung)
  • Bestellung (Wareneingang in die Filiale)
  • Umwandlung (mit aktivierter Umwandeln-Option)
  • Umlagerung Filiale (Warenverschiebung zwischen Standorten)
  • Retoure (verringert den Bestand)
  • Schwund (Verlust / Abfall)

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„Umwandeln" existiert in beiden Welten – als Artikel-Methode und als Bestellart. Und genau das ist der Grund, warum beides zusammenspielen muss.

Artikel-Verknüpfung Bestellart
Was Umwandeln, Subtraktion, Komponente Umwandlung, Umlagerung, Verschiebung, Retoure, Schwund
Wo eingerichtet Beim Artikel → Reiter VerfügbarkeitKalkulation für Lagerwerte Unter Optionen → Kasse-Global → ERP
Zweck steuert, wie beim Verkauf abgezogen wird steuert, als welcher Vorgang eine Buchung erfasst und im Bericht getrennt ausgewiesen wird

 

🔄 Umwandlung → verändert den Lagerbestand

Wird gebraucht, damit ein Artikel an der Kasse in einen anderen umgewandelt werden kann (rohe Wurst → gegrillte Wurst).

  • Voraussetzung 1: Artikel muss mit der Methode Umwandeln konfiguriert sein.
  • Voraussetzung 2: Es muss eine Bestellart „Umwandlung" eingerichtet werden.
  • Lager-Effekt: erzeugt zwei Buchungen → Abbuchung Ausgangsprodukt + Zubuchung Zielprodukt (gehen auch als Lieferscheine an WaWiAssist).

📦 Umlagerung / Verschiebung → verändert den Bestand in beiden betroffenen Filialen

  • Sie dokumentiert eine Mengenbewegung von Filiale A zu Filiale B (als Liefer-/Bestellbeleg, in ERP-Statistiken sichtbar).
  • Der Bestand wird dadurch verändert: weniger in der Filiale, von der man den Artikel nimmt. Mehr in der Filiale, in die man verschiebt.
  • Zweck: Nachvollziehbarkeit „was ist wohin gegangen".

↩️ Retoure → verringert den Bestand

🗑️ Schwund (Verlust/Abfall) → verringert den Bestand


Vorgang an der Kasse

Muss man an der Kasse die Bestellungen „extra" senden?

Ja – teilweise. Es kommt auf die Art an:

  • Umlagerung / Verschiebung = ja, aktiv als eigener Vorgang senden.
    Das läuft nicht über den normalen Verkaufsbildschirm, sondern:

☰ Menü → Daten → Datum wählen → „Verschiebung in Filiale" → Zielfiliale wählen → Artikel erfassen → Versenden

Das ist ein eigenständiger Vorgang, keine Nebenwirkung eines Verkaufs.

  • Umwandlung = ja, aber direkt beim Artikel ausgelöst.
    Auf der Produktinfo-Seite erscheint ein zusätzlicher Button → Umwandeln-Fenster → Menge + Zielprodukt → fertig. Kein separater „Bestellungs"-Sendevorgang wie bei der Verschiebung.

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Nach der Umwandlung erzeugt das System zwei Buchungen, die auch an die Warenwirtschaft übergeben werden (falls im Einsatz):

  • eine Abbuchung des Ausgangsprodukts
  • eine Zubuchung des Zielprodukts
  • Subtraktion / Komponente = nein.
    Diese Artikel-Methoden laufen automatisch beim ganz normalen Verkauf – da sendest du nichts Zusätzliches. Der Abzug passiert im Hintergrund.

Welche Rolle spielt dabei die Inventur?

Die Inventur ist der Nullpunkt der Berechnung – aber genau deshalb funktioniert das System auch ohne tägliche Inventur weiter. CashAssist rechnet ab der letzten Inventur einfach fortlaufend.

1. Die allererste Inventur = Systemstart (Pflicht)

Sie setzt den realen Ausgangswert – ohne sie startet CashAssist bei 0 und rechnet gegen eine leere Basis. Diese erste Inventur ist also keine Kontrolle, sondern die Grundvoraussetzung, damit das Lagersystem funktioniert.

2. Die folgenden Inventuren = Kontrollmechanismus

Jede weitere Inventur hat einen anderen Zweck – sie ist ein Kontroll-Werkzeug. Konkret zwei Dinge in einem Vorgang:

Inventur

Zweck

Erste Inventur

System anlaufen lassen – setzt den Ausgangsbestand (Pflicht, sonst Start bei 0)

Folgende Inventuren

Kontrolle: errechnet vs. real abgleichen und die realen Ist-Mengen erneut als neuen Startwert eintragen

So schließt sich der Kreis: Die erste Inventur startet das System, jede weitere kontrolliert und korrigiert es zugleich.


Praktische Empfehlung für Inventur

Wie oft?

Für wen sinnvoll

Einmalig zum Start

zwingend – sonst kein Ausgangswert

Monatlich / quartalsweise

typischer Rhythmus für die meisten Betriebe

Nur bei kritischen Artikeln häufiger

teure oder schwundanfällige Ware

Täglich

nur wenn du sehr enge Kontrolle willst


Schritt 3 – Die Lagerstatistik nutzen

So gehst du vor:

  1. Öffne den Bereich Statistik und wechsle in den Reiter Lagerwerte.
  2. Wähle das Datum (den gewünschten Stichtag).
  3. Wähle die Filiale.
  4. Optional: Wähle eine bestimmte Bestellart aus, wenn du nur die Buchungen dieser Art sehen möchtest (dann zeigt die Statistik nur diese Bewegungen seit der letzten Inventur, ohne Verkäufe).
  5. Klicke auf Berechnen.

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Die Berechnung dauert einen kurzen Moment (einige Sekunden), da sie live erfolgt.

So liest du das Ergebnis

  • Rechte Tabelle: Zeigt die aktuellen Werte je Produkt. Die aktuelle Menge findest du in der Spalte Menge.
    • Der allererste Eintrag (Bestandsmenge vor der letzten Inventur) dient nur zur Kontrolle und fließt nicht in die Detailberechnung ein.
    • Die Spalte Differenz zeigt den Unterschied zwischen der erfassten Inventur und dem Bestand, den das System für die Zeit vor dieser Inventur errechnet hatte. So erkennst du auf einen Blick Abweichungen zwischen gezähltem und errechnetem Bestand.
  • Linke Tabelle: Zeigt die Details zum ausgewählten Produkt mit einer Plus- und einer Minus-Spalte. Der Saldo dieser beiden Spalten ergibt die aktuelle Menge.
    • Einträge wie „Beleg – Schnitzel Menü" zeigen dir, dass beim Verkauf eines Menüs die verknüpfte Komponente (z. B. ein Schnitzel) abgezogen wurde.
    • Einträge wie „Bestellung – Schnittbrötchen 100 Stück" zeigen, dass eine Bestellung eines Packs die entsprechende Anzahl Einzelprodukte zugebucht hat.

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Bestelltyp-Filter in der Lager-Statistik

Im Einstellungsbereich der Lager-Statistik gibt es neben Datum und Filiale ein weiteres Feld: Bestelltyp.

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Hier lässt sich genau ein Bestelltyp auswählen (z. B. Bestellung), den man gezielt prüfen möchte.

Was passiert, wenn ein Bestelltyp gewählt ist?

Sobald ein Bestelltyp ausgewählt wird, arbeitet die Statistik etwas anders:

  • Der Zeitraum bleibt gleich wie sonst – von der letzten Inventur bis zum Ende des gewählten Tages.
  • Angezeigt werden aber nur die Mengen dieses einen Bestelltyps – nicht mehr die gesamte, über alle Bewegungen zusammengerechnete Lagerbilanz.

So wird aus der Gesamt-Lageransicht eine gezielte Auswertung: „Wie viel hat dieser eine Bestelltyp im Zeitraum bewegt?"

Klickt man auf einen Artikel, zeigt die Artikel-Detailansicht rechts nur die Bewegungen vom Typ Bestellung im gewählten Zeitraum – im Beispiel:
Kasse Bezeichnung Datum Nummer +
51054-3 Bestellung 07.04.2026 582434 40 0
51054-2 Bestellung 10.04.2026 584127 40 0

Ergibt zusammen 80 (grüne Summenzeile unten).

Zurücksetzen

Über das neben dem Feld wird der Bestelltyp entfernt – die Statistik wechselt wieder in die normale, vollständige Lagerberechnung über alle Bewegungen.


Kurz-Checkliste zum Einrichten

  1. Artikel-Verknüpfungen definieren (Komponente / Subtraktion / Umwandeln) im Reiter Verfügbarkeit → Kalkulation für Lagerwerte.
  2. Bestellarten anlegen (Umwandlung, Umlagerung, Retoure, Schwund) unter Optionen → Kasse – Global → ERP.
  3. Inventur erfassen als Ausgangspunkt der Berechnung.
  4. Im laufenden Betrieb über Statistik → Lagerwerte jederzeit den aktuellen Bestand pro Filiale und Stichtag abrufen.